DRIFT GHOST S vs. GoPro HERO3+ Black Edition – Vergleichstest

GHOST S vs HERO3+ Black Edition
GHOST S vs HERO3+ Black Edition

Die GHOST S von Drift Innovation fordert den Marktführer GoPro HERO3+ Black Edition im Vergleichstest heraus. Beide Kameras haben sehr erfolgreiche Vorgänger und somit ist die Erwartungshaltung hoch bei diesem Shootout. Beide Kameras besetzen das Highend-Segment und bieten grundsätzlich alles, was eine hochgradig professionelle Actioncam heute liefern kann. Trotzdem unterscheiden sich die Kontrahenten so stark, dass ein Vergleich hohe Spannung verspricht.
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Lieferumfang und Preisvergleich

 Der Preisvergleich von ActionCams hingt häufig, wenn man allein den Verkaufspreis der Kamera heranzieht, ohne auch das mitgelieferte Zubehör zu betrachten. Bei einer “zubehör-bereinigten” Betrachtung gibt es mitunter erhebliche Verwerfungen bei der Preisgestaltung. Gerade bei ActionCams spielt das Zubehör eine erhebliche Rolle. Kaum jemand kommt bei regelmäßiger Nutzung darum herum, weitere Befestigungen, Akkus oder anderes Zubehör hinzuzukaufen.

DRIFT GHOST S Lieferumfang

Wie in unserem DRIFT GHOST S unboxing Video zu sehen, liefert Drift Innovation seine Kamera mit folgender Ausstattung aus:
  • GHOST S Kamera inkl. integriertem LCD Display und Standard-Stativ-Gewinde
  • Fernbedienung inkl. Klettband zur Befestigung
  • Akku
  • USB Kabel
  • Rückklappe mit Zugang zu USB- und HDMI-Anschluss
  • Adapter zum Anschluss eines externen Mikrofons
  • Adapter von Stativgewinde auf Klebeplatten
  • 1x Klebeplatte für flache Oberflächen
  • 1x Klebeplatte für gebogene Oberflächen
  • 1x Halterung für Ski-Brillen (o.ä.)
  • DRIFT Aufkleber

GoPro HERO3+ Black Edition Lieferumfang

Die GoPro HERO3+ Black Edition hat demgegenüber folgendes Zubehör im Karton:
  • GoPro HERO3+ Black Edition Kamera
  • Unterwassergehäuse (mit offener und geschlossener Rückwand)
  • Fernbedienung mit Schlüsselanhänger-Ring
  • Akku
  • USB-Kabel
  • Ladekabel für Fernbedienung
  • 1x Klebeplatte für flache Oberflächen
  • 1x Klebeplatte für gebogene Oberflächen
  • 2x Befestigungsfuß (klein / groß)
  • 2x Befestigungs-Verlängerung mit 90° Drehung
  • GoPro Aufkleber

Preisvergleich

Wie angekündigt versuchen wir beim Preisvergleich den unterschiedlichen Lieferumfang zu berücksichtigen. Dazu stellen wir Pakete aufgrund aktueller (Stand 04.03.2014) Straßenpreise lt. amazon (nicht Listenpreise !) zusammen, so dass in etwa das gleiche Ausstattungspaket entsteht. Für die aktuellen Preise folgt einfach den Links auf den Preisangaben.
  DRIFT GHOST S
GoPro HERO3+ Black Edition
Grundpreis 369,- 389,-
LCD Display enthalten 98,90
Stativ-Anschluss / Tripod-Adapter enthalten 11,95
Mikrofonadapter integriert 17,17
SUMME 369,- 517,02

Auch bei dieser Gegenüberstellung lässt sich wieder feststellen, dass GoPro bei seinem Standard-Lieferumfang gegenüber dem Wettbewerb spart und somit doch erhebliche Preisunterschiede zutage treten, die ohne Zubehör-Betrachtung gar nicht auffallen.

Zusammenfassend stellen wir fest, dass die DRIFT GHOST S fast 150€ günstiger zu erwerben ist als die GoPro HERO3+ Black Edition bei gleichem Zubehörpaket.

Bei der Betrachtung des Zubehörs ist sicherlich erwähnenswert, dass durch die Verwendung eines Standard-Stativ-Gewindes in der GHOST S sofort ein riesiger Fundus an Dritthersteller-Zubehör zur Verfügung steht.

 

Abmessungen und Gewichte

Neben den Befestigungsoptionen einer Actioncam sind natürlich die Abmessungen und Gewichte entscheidende Eigenschaften. Nur leichte, kleine Actioncams können bei den Belastungen schneller und  ruckartiker Bewegungen so mithalten, dass sie nicht abfallen oder Befestigungen beschädigen.

In unserem Vergleichsvideo zu Abmessungen und Gewichten könnt ihr sehen, dass die GHOST S gegenüber der  HERO3+ schon erheblich größer ist. Die GoPro ist halt absolute Spitze, was minimale Bauform angeht. Typischerweise wird jedoch die HERO3+ im mitgelieferten Schutzgehäuse verwendet. Dann verringert sich der Unterschied erheblich. Sowohl was die Abmessungen, als auch was das Gewicht angeht.

Der größte Unterschied der beiden Kameras liegt jedoch ganz klar in der Bauform selbst. Während die HERO3+ klassischerweise als Kastenkamera daher kommt, setzt Drift mit der GHOST S auf eine Längsform. Beide Bauformen haben ihre Vor- und Nachteile. Beispielsweise wird eine GoPro auf dem Helm gerne mit den Teletubbies verglichen. Hier sieht eine GHOST S an der Helmseite deutlich schnittiger aus. Auch bei der Montage an den Seitenverkleidungen von Motorrädern ist die windschnittige Form der GHOST S von Vorteil. Eine Montage vor der Brust funktioniert hingegen mit der HERO3+ deutlich besser.

Akkulaufzeit

Die GHOST S wird mit einem wechselbaren Akku mit einer Kapazität von satten 1700mAh ausgeliefert. Der ebenfalls wechselbare Akku der GoPro HERO3+ hat eine Kapazität von 1180mAh. Wir wollten sehen, wie sich das auf die Laufzeit der Kameras niederschlägt.

Zum Vergleich der Akkulaufzeit der GHOST S gegenüber der GoPro HERO3+ Black Edition haben wir beide Kameras komplett voll geladen. Dazu mehrfach das Kabel gelöst und wieder verbunden, so dass auch die letzte Ecke des Akkus gefüllt war 😉

Beide Kameras haben dann im Dauerbetrieb im Videomodus 1080p bei 30fps aufgenommen, was eine der am meisten benutzten Kombinationen ist. Die Kameras waren beim Test nebeneinander auf einer Grundplatte montiert, so dass sie die selben Szenen aufzeichneten. Wifi war bei beiden Kameras ausgeschaltet. Das Display der GHOST S  haben wir so eingestellt, dass es sich nach wenigen Sekunden ohne Betätigung automatisch ausschaltet.

Ergebnis der Messung

GoPro HERO3+ Black Edition: 107min 17s = 1Std 47min 17s
(zum Vergleich: das Vorgängermodell HERO3 schaffte hier 76min 10s)

GHOST S: 230min 56s = 3Std 50min 56s

Bei der Akkulaufzeit spielt die GHOST S eine echte Stärke aus. Eine Laufzeit von fast 4 Stunden ist perfekt für jeden, der keine Lust hat, sich ständig zu sorgen, ob der Akku noch für den nächsten Wellenritt, die nächsten Mountainbike-Kurven,  die nächste Pistenabfahrt reicht, sondern sich einfach nur den Moment genießen möchte.
Mit einem Ersatzakku im Gepäck schafft man dann locker einen ganzen Tag voller Action.

Bedienung

Die GoPro HERO3+ hat zur  Bedienung und Konfiguration aller Optionen 3 Schaltknöpfe verbaut, die sowohl mit als auch ohne Schutzgehäuse bedienbar sind. Für die Auswahl eines anderen Modus muss die Kamera also nicht aus dem Schutzgehäuse genommen werden. Die GoPro hat ein winziges monochromes LCD Display an der Front, über das alle Einstellungen vorgenommen werden.

Die DRIFT GHOST S besitzt an der oberseite 4 integrierte Schaltknöpfe, die trotz des wasserdichten Gummiüberzugs gut bedienbar sind. Über diese Knöpfe erfolgt die Bedienung und Konfiguration. Bemerkenswert ist an dieser Stelle, dass die GHOST S auch über einen Digitalzoom verfügt, der über diese Schalter gesteuert wird. Das hebt die Kamera von den meisten anderen Actioncams ab. Die GHOST S profitiert außerdem vom großen, farbigen LCD Display an der Seite, über das die Setup-Menüs grafisch ansprechend aufbereitet und logisch strukturiert sind. Ebenso ist über dieses Display eine Kontrolle des Bildes vor, während und nach der Aufnahme möglich. Das Display ist hell und kann auch draußen sehr gut abgelesen werden.

 

Smartphone und Tablet Apps

Alternativ gibt es sowohl für die GoPro HERO3+ als auch für die DRIFT GHOST S Apps  für Smartphones und Tablets, über die Aufnahmen gesteuert werden können. Mit beiden Apps ist die komplette Steuerung, die Konfiguration, das Herunterladen von Videos und Fotos, sowie das Teilen in Sozialen Netzwerken möglich.

Die GoPro App ist verfügbar für iOS, Android und Windows Phone. Die DRIFT APP existiert für die GHOST S aktuell (07.03.2014) nur für iOS. Eine Android-Version ist angekündigt.

Fernbedienung GoPro und DRIFT

Sowohl die GoPro HERO3+ Black Edition als auch die DRIFT GHOST S wird standardmäßig mit einer Fernbedienung ausgeliefert. Diese Fernbedienungen koppeln sich per Wi-Fi mit der Kamera und steuern die wesentlichen Funktionen: “Auswahl des Modus (Video/Foto)” und “Start/Stopp”.

Die GoPro-Fernbedienung enthält ein LCD-Display das alle Konfigurationsangaben wiedergibt. Sie steuert gleichzeitig bis zu 50 Kameras, so dass auch Mehr-Perspektivaufnahmen problemlos beherrschbar werden.

Die Fernbedienung von DRIFT ist reduziert auf das wesentliche und verzichtet auf das LCD-Display. Dafür ist die Bauform der Fernbedienung viel besser dafür geeignet, z. B. am Handgelenk wie eine Uhr befestigt zu werden. Das erleichtert die Bedienung gegenüber der GoPro Fernbedienung, die nur über eine Öse z. B. mit einer Handschlaufe versehen werden kann. Die DRIFT Fernbedienung gibt den aktuellen Status der Kamera über farbige LEDs wieder. Sie kann beliebig viele Kameras gleichzeitig steuern, die sich in WiFi-Reichweite befinden.

Videomodi

Beide Kameras behaupten von sich, dass sie professionellen Ansprüchen gerecht werden und für unterschiedlichste Anforderungen die passenden Videomodi bereit zu stellen. Bei der tabellarischen Gegenüberstellung haben wir zu den unterschiedlichen Auflösungen, die die Kameras unterstützen, jeweils die auswählbaren Frameraten eingetragen.

Überblick über alle Auflösungen und Frameraten

Beide Kameras liefern in etwa die gleichen Videomodi. Den Anfang macht bei WVGA-Auflösung mit sehr hohen Frameraten von 240fps, die optimal geeignet sind für Zeitlupenaufnahmen. Über diverse Zwischenauflösungen gehen beide Kameras zur inzwischen üblichen 1080p-Auflösung, die beide Kameras mit bis zu 60fps aufnehmen. Die GoPro liefert darüber hinaus mit 4K, 2.7K und 1440p Auflösungen, die nochmal deutlich feiner auflösen als die Standard-Full-HD Auflösung 1080p.

Allerdings stellt sich hier nach wie vor die Sinnfrage. Kaum jemand hat einen UltraHD Fernseher zu Hause stehen, um die Auflösungen wirklich betrachten zu können. Außerdem ist die Framerate von 15fps bei 4K-Auflösung zu gering, um wirklich Spaß zu machen.

Für professionelle (Kino-)Film-Produktionen macht eine 2.7K Auflösung natürlich Sinn. Genauso zu verstehen sind die Frameraten 24fps und 48fps. Blurays werden mit diesen Frameraten produziert. Somit macht es in diesem Bereich auch Sinn, direkt in diesen Formaten aufzuzeichnen, um das Material gleich ohne weitere Umrechnungen verwenden zu können.

 

Vergleich der Videomodi
Auflösung DRIFT GHOST S GoPro HERO3+ Black Edition
 4K  15/12,5/12 fps
 2.7K  30/25 fps
 1440p 48/30/25/24 fps
 1080p 60/50/30/25 fps 60/50/48/30/25/24 fps
 960p 60/50/48/30/25 fps 100/60/50/48 fps
 720p 120/100/60/50/30/25 fps 120/100/60/50/48 fps
 WVGA  240/200/120/100/60/50/30/25 fps 240 fps

Videoqualität

In unserer Wahrnehmung löst die HERO3+ detaillierte Strukturen etwas besser auf. Die Farben wiederum sind bei der GHOST S realistischer. Die warmen Farben unseres Sonnen-Vormittags gibt die GoPro ziemlich kühl wieder. Macht euch aber am besten selbst ein Bild mit Hilfe dieses kleinen Vergleichsvideos, gedreht in 1080p@30fps. Die Kameras waren dabei nebeneinander montiert, um auch das selbe Motiv einzufangen.

Besondere Video-Einstellungen

Beide Kameras verfügen über die üblichen Einstellungen wie Timelapse oder Photoburst. Beide Kameras rendern jedoch beim Timelapse-Modus keinen fertigen Film, sondern nehmen lediglich die Fotos auf. Die Zusammenstellung zu einem Film muss dann in einem zusätzlichen Video-Bearbeitungsprogramm erfolgen.

Ebenso besitzen beide Kameras eine “Low Light” Einstellung, die die Videoqualität bei schwacher Ausleuchtung verbessert.

Insbesondere die DRIFT GHOST S bietet einige spezielle Einstellungen, die sie gegenüber der gesamten ActionCam-Konkurrenz abheben:

Video Tagging (GHOST S)

Jeder, der schonmal einen ganzen Tag mit einer ActionCam unterwegs war, kennt die Diskussion: Soll ich die Kamera ständig laufen lassen, um im Nachgang aus mehreren Stunden footage-Material die spannendsten 5 Minuten herauszuschneiden oder soll ich stets den Finger am Auslöser haben, um die besten Momente direkt aufzunehmen. Ersteres ist eine elende Arbeit, die zudem massiv Speicherplatz bedarf. Letzteres führt immer wieder dazu, dass man die entscheidenden 5-10s verpasst und sich den Rest des Tages ärgert.

Hier greift die “Video Tagging”-Funktion. Ist sie aktiviert, nimmt die GHOST S ständig auf, bewahrt aber z. B. immer nur die letzten 30 Sekunden (bzw. 10s, 1min, 2min, 5min) wirklich auf und verwirft alles ältere Material sofort. Drückt man dann die “MENU” Taste auf der Fernbedienung, werden die letzten 30 Sekunden und die nächsten 60 Sekunden dauerhaft gespeichert. Somit wird zum einen platzsparend aufgenommen, zum anderen verpasst man keine Szene mehr. Die optimale Mischung aus beiden Ansätzen.

Car DVR (GHOST S)

Diese Funktion ist insbesondere dann spannend, wenn man die Kamera im Auto, Motorrad, LKW aus Sicherheits- oder Verkehrsüberwachungsgründen einsetzt. Dabei startet die Kamera automatisch mit der Aufnahme, sobald sie Strom über den USB-Anschluss bekommt und beendet die Aufnahme, sobald die Stromversorgung wegfällt. Außerdem wird unendlich weiter aufgenommen und gespeichert, wobei immer das älteste, aufgenommene Material auf der Speicherkarte verworfen wird.

 

Tonqualität

Die Tonqualität ist bei ActionCams immer ein leidiges Thema. Die eingebauten Mikrofone können nur sehr begrenzt gute Qualität liefern. Sie sind geeignet, um Umgebungsgeräusche aufzunehmen, die sich in unmittelbarer Nähe abspielen.

Gegenüber dem Vorgänger HERO3 hat die HERO3+ eine verbesserte Tonaufnahme. Es bleibt aber bei dem Problem, dass die Kamera fast immer in Verbindung mit dem Schutzgehäuse verwendet wird. Das zerstört jeden Versuch, irgendeinen Ton aufzunehmen.

Die GHOST S hat hier den enormen Vorteil, dass sie auch ohne Zusatzgehäuse problemlos verwendet werden kann, auch wenn es mal nass wird. Die Aufnahmen der Mikrofone können hierbei tatsächlich verwendet werden.  Tonquellen bis zu einer Entfernung von ca. 3,5-5m  werden von der GHOST S sinnvoll aufgenommen. Alles darüber hinaus wird schwierig, zumindest solange die Tonquelle in normaler Sprechlautstärke ausstrahlt. Die Qualität ist mit der HERO3+ ohne Schutzgehäuse absolut vergleichbar.

Wer wirklich guten Ton braucht, sollte ein externes Mikrofon anschließen. Für die HERO3+ gibt es dafür einen separat erhältlichen Adapter von USB auf 3,5mm Klinke, den sich GoPro mit über 20€ sehr gut bezahlen lässst (übrigens funktioniert nicht jeder Dritthersteller-Adapter, die wesentlich günstiger sind). An die DRIFT GHOST S kann man auch ohne Adapter direkt ein Mikrofon mit 3,5mm Klinkenanschluss einstecken.

 

Fazit: DRIFT GHOST S oder GoPro HERO3+ Black Edition ?

Eine Entscheidung für die GHOST S ist ganz sicher die richtige. Eine Entscheidung für die HERO3+ ebenso 🙂

Zusammenfassend sprechen für die HERO3+ die nach wie vor beste Videoqualität und die kleineren Abmessungen.

Für die GHOST S spricht, dass sie einfach mit viel mehr Komfort verbunden ist. Eine doppelt so lange Akkulaufzeit, das integrierte Display, Digitalzoom und drehbares Objektiv sind Aspekte, die man im täglichen Umgang schätzen lernt. Mit der brauchbaren Tonqualität der GHOST S qualifiziert sie sich zu einer vollständigen Alltags-ActionCam für jeglichen Sport- und Freizeiteinsatz.

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